Historie

Kurzer Überblick über die Geschichte der
THEATERGRUPPE SALZGITTER-BAD e.V.

(Der Text entstand anlässlich des 30-jährigen Bestehens)

Vor 30 Jahren, am 7. November 1977, wurde der Verein “Theatergruppe Salzgitter-Bad e.V.” gegründet – im Hause Herrenbrück, (heute Gemeindehaus der St. Mariae-Jakobi-Gemeinde) von folgenden 10 Personen: von den drei Lehrkräften Günter Lube (damaliger Schulleiter), Gerhard Herrenbrück und Gernot Bischoff, von den Elternvertretern Wilhelm Bosse, Erwin Fromme und Elly Nietsch, und von den erwachsenen Schülervertretern oder ehemaligen Schülern Angelika Strauß, Roger Rauscher, H. Hascher und Matthias Schiller.
Die überaus erfolgreiche und expandierende Arbeit mit Kindern für Kinder, die die von Gernot Bischoff geleiteten Schultheater-AGs über die Grenzen der Stadt bekannt gemacht hatte, veranlasste Schulleiter Lube, die Theatergruppe des Gymnasiums Salzgitter-Bad zur Gründung des Vereins zu drängen.

Angefangen hatte alles im Jahr 1971, als Gernot Bischoff eine 9. Deutsch-Klasse so für Theater begeistern konnte, dass er mit ihr für 1972/73 Thornton Wilders “Unsere kleine Stadt” einstudieren konnte. Eine dreimal total ausverkaufte Aula kennzeichnete den Erfolg. Die Einnahmen aus diesen Aufführungen ermöglichten die Anschaffung eines Grundbedarfs an Bühnenwänden und Requisiten für zunächst sparsame Bühnenbilder.
Andere theaterinteressierte Schüler stießen dazu. Mit den Stücken “Picknick im Felde” von Arrabal, “Der 5. Traum” von Günter Eich und Anouilh’s “Antigone” schwamm  die Theater-AG des Gymnasiums Salzgitter-Bad vor heimischem Publikum, aber auch im Rahmen der Braunschweiger Schultheaterwoche weiter auf einer Erfolgswelle, die nun nach und nach bühnenprofessionelle Anschaffungen ermöglichte.

1974 hatte die Arbeit mit einer Gripsgruppe begonnen, die die Stücke des Berliner Gripstheaters und eigene Stücke in Grips-Manier eigenwillig und kess auf die Bühne brachte. Die Gruppe hatte einen derartigen Erfolg, dass die Nachfrage nach Gastspielen riesig war. Zwischen Hannover und dem östlichen Niedersachsen fanden 26 Aufführungen statt. Es gab sogar auch Anfragen für Auftritte in Hamburg und im Ruhrgebiet.

1975 rief Gernot Bischoff eine Märchenbühne ins Leben, die im örtlichen Rahmen sehr erfolgreich war: Die Weihnachtsmärchen wurden bald von bis zu 6.000 Kindern aus der Region besucht. Um Tantiemen an den Theaterverlag zu sparen, schrieb Gernot Bischoff selbst drei Bühnenfassungen Grimmscher Märchen und bearbeitete andere für die speziellen Bühnenverhältnisse der Aula.
Das Problem bei diesem Ausmaß der Schultheater-Aktivitäten war die hohe zeitliche Beanspruchung der Schüler. Ärger mit dem Schulbetrieb war absehbar.

Im Jahr 1977 kam es deshalb in Rücksprache mit dem Schulleiter zur freiwilligen Aufgabe der Gripsgruppe und zur Gründung des Vereins “Theatergruppe Salzgitter-Bad e.V.”. Dies geschah auch, um Einnahmen und Ausgaben der Theater-AGs kontrolliert verwalten zu können.
Mit der Gründung des Vereins wurden aber gleichzeitig die Entwicklungen vorbereitet, die die heutige Theatergruppe mit ihren zwei Standbeinen repräsentiert:
1. Standbein: die Schultheaterarbeit mit Märchenbühne, Schwarzlichtbühne, Sek.ll-AG
2. Standbein: die von Erwachsenen beschickten Studio- bzw. Komödienbühne, die Kabarett- bzw. Sketchbühne und die Theaterjugend.
Auch der im Jahr 1977 gegründete Literaturzirkel des Vereins brachte jugendliche und ältere Stückeschreiber zusammen, die fortan ihre Produkte im Deutschen Theaterverlag in Weinheim vertrieben. Lyriker und Epiker kamen dazu und leisteten so einen Beitrag für die Entstehung der AG Literatur in der  Braunschweigischen Landschaft.

Seit 1977 wurde die enorme Zahl von 124 Inszenierungen für die Öffentlichkeit in Salzgitter einstudiert und auf die Bühne gebracht – die meisten wurden mehr als einmal gespielt. 41 davon waren Inszenierungen der Studio- bzw. Komödienbühne, 33 der Märchenbühne und 50 sonstige Aufführungen von Theaterjugend, Sek ll-AG, Musical-AG und Schwarzlichtbühne.
Weit über 1.000 Schauspieler sind von 1971 bis 2007 in Proben an Nachmittagen und Abenden theaterpädagogisch betreut worden.