Rückblick: AMBER HALL – Das Böse bleibt…

Eine Rückschau auf den Horrortrip von Lars Lienen

 

„Die Mörder finden immer wieder ihren Weg nach Amber Hall. Und dann findet Amber Hall sie. Das ist Gerechtigkeit.“

 

Mit diesen Worten entließ die selbstgerechte Haushälterin Signora Milani alias Christina Grulke die Zuschauer aus der Welt, in der durch Geisterhand auch unaufgedecktes Unrecht bestraft wird. Mit der fulminanten Darbietung des Horrorstücks „Amber Hall“ meldete sich die neu zusammengesetzte Jugendbühne nach zehn Jahren Abstinenz zurück! An drei Tagen hintereinander ließ das Mädchen-Sechstett um die Regisseurin Sarah K. Broser die knapp 300 Zuschauer in der schaurig-schönen Atmosphäre der ausverkauften Kniestedter Kirche erschaudern, als das herrschaftliche Anwesen Amber Hall seine Pforten für sie und die Schwestern Roslin öffnete.

Nach dem Tod einer entfernten Tante erben die von Pech verfolgten Waisen Emily (Svenja Koj) und Alanna Roslin (Kathrin Wiskow) ein unglaubliches Vermögen. Dank der Hilfe ihrer Anwältin Liz Tigh (Lena Johns) scheinen sich mit dem Kauf von Amber Hall endlich all ihre Träume von einem sorgenfreien Leben zu erfüllen. Doch die Zuschauer wittern sofort, dass die strenge Haushälterin Signora Milani (Christina Grulke) und die Köchin Marie (Vivien Schubert) nicht die guten Seelen sind, für die sie gehalten werden.

Schon nach kurzer Zeit treiben unheimliche Klavierklänge und Kinderlachen die labile Emily an den Rande des Wahnsinns. Im Gegensatz zu Alanna, die einen erneuten Nervenzusammenbruch bei ihrer Schwester vermutet, geht Liz den Geschehnissen auf den Grund. Dabei stößt sie Dank der Hilfe von Signora Milani auf Mörder und Mafiosi, die allesamt von dem Geist der jungen Charlotte (Hannah Johns) in Amber Hall heimgesucht worden sind, bevor sie sich in den Tod stürzten. Und schließlich fügen sich die Dinge, wie Milani sie geplant hatte: Emily gesteht den perfiden Mord an ihrer verstorbenen Tante Laura, einer guten Freundin Milanis, und wird durch Charlotte ihrer gerechten Strafe zugeführt.

 

Das Publikum bedankte sich mit großzügigem Applaus für die fantastische Darbietung von

  • Svenja Koj, die die Rolle der Emily erschreckend überzeugend gespielt hat,
  • Kathrin Wiskow, die Alanna herrlich schrill und emotional durch verkörperte,
  • Lena Johns, die die smarte Anwältin Liz gekonnt tough, aber mitfühlend in Szene setzte,
  • Christina Grulke, die den Zuschauern als unnahbare Haushälterin erschauern ließ,
  • Vivien Schubert, die die Köchin Marie mit der nötigen „Ergebenheit“ darbot und
  • Hannah Johns, die den Zuschauern und dem Team das Fürchten lehrte.

Nicht nur unsere Profis, die bereits festes Mitglied der Krimibühne sind, überzeugten durch ein präzises und kontrastreiches Spiel, auch Hannah Johns und Vivien Schubert als Neuzugänge begeisterten durch eine hervorragende Leistung, die die Vorfreude auf weitere Einsätze wecken.

Mit ausgewählten Videosequenzen (hervorragend inszeniert durch Henning Andreseck und Jan-Timo Sonnemann) sowie raffinierten Licht- und Toneffekten taten die Veranstaltungstechniker Claudius Schmidt, Eric Tiefnig, Maximilian Voß und Marco Walter unter der Leitung von Henning Andreseck ihr Übriges, um die Zuschauer aus ihrem Alltag zu entführen. Allesamt verwandelten dieses Bühnenstück in ein einmaliges Erlebnis, das ohne den unermüdlichen Einsatz dieses tollen Teams in dieser kurzen Zeit nicht realisierbar gewesen wäre.

Ein großer Dank geht zudem an alle unsere Helfer, die uns bei der Pressearbeit, beim Auf- und Abbau, beim Ausschank und Kartenverkauf tatkräftig unterstützt haben.

von: Sarah K. Broser

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